Toros y Toreros
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Ein Matador, Figura del Toreo tritt zurück, ein Novillero wird Banderillero...

1/24/2023

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Eloy Hilario, nun Banderillero.
Nun bin ich schon zwei Monate in meiner Wahlheimat , Sanlucar de Barrameda, aber es ist irgendwie nichts ‘los gewesen’, über das man unbedingt berichten müsste.

Im Dezember und Januar trainieren die ortsansässigen Toreros, die ‘Figuras’ sind in Südamerika. Ein mal konnte ich Pablo Aguado beim Training sehen, sehr artistisch. Auch Emilio de Justa war kurz da, sehr konzentriert, hat er doch noch mit den Folgen der Halswirbelfraktur zu kämpfen und hat Auftritte in Olivenza, Sevilla und Madrid. Neu in der Plaza, dem Coso del Pino, ist Francisco de Manuel, der bei seiner Alternativa in Madrid die Puerta grande öffnete und nun mit der Casa Matilla zusammen arbeitet. Ihn betreut Diego Robles, ehemals im Gespann mit Padilla und Lopez Simon.
Heute sah ich die Pressemitteilung von Alberto Lopez Simon, mein „Puppenspieler“. Er gibt auf, er sieht sich nicht mehr in der Plaza, vor dem Stier, vor dem Publikum... Diese nachricht schmerzt mich persönlich. Ich hatte das Vergnügen den sensiblen jungen Mann kennen zu lernen und irgendwie kann ich ihn verstehen. Nachdem er den Höhepunkt einer Torerokarriere erreicht hatte, hatte er seine Probleme, mit den Dingen die man von einer „Figura de Toreo“ erwartet. Konnte er dies im Ruedo nicht erfüllen, litt er darunter. Dazu kam, das er das Vertrauen der Empresarios verlor, andere Matadores waren bessere Zugpferde in den Ferias, als er. Ich erinnerte mich, wie es Ivan Fandino erging, nach dem Encierro in Madrid. Danach hat man ihn am langen Arm verhungern lassen, wie man so sagt. Und nun hat mein „Puppenspieler“ das Handtuch geschmissen. Das tut weh.
Ein anderer Torero, den ich persönlich kenne, hat auch ‘das handtuch geschmissen’, unser Freund Eloy Hilario, ehemals Novillero mit Picadores. Die letzte Novillada war alles andere als glohreich und nach zehn Jahren im unteren Escalfon, wechselt er die Traje de Oro zur Plata, er wird Banderillero.
Auch das hat mich etwas deprimiert, aber man kann ja nicht ewig auf ein Wunder hoffen. Für einen jungen Mann, der sich seit seinem zehnten Lebensjahr darauf vorbereitet hat, Matador zu sein, ist dies ein harter Brocken, den er nun zu schlucken hat. Nun ist er der jenige, der den Stier machen muss, für die Aspiranten, Novilleros und Matadores. Unterordnung ist gefagt, die Schwünge mit der Capote reduzieren sich auf ein Minimum. Er muss nun auf Anortnung den Toro von hier nach dort locken, und die Banderillas setzen. Das ist etwas, was ihm liegt. Zunächst muss er mit Novilleros auftreten, aber schon bald, wenn er es geschickt anstellt, kann er einen Posten bei einem Matador bekommen und Geld verdienen. Aficion hat er.
Auch wenn ich ein bisschen traurig bin, ob dieser Nachrichten, wünsche ich den beiden Toreros alles Glück der Welt auf ihren neuen Wegen.
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Alberto Lopez Simon, Abschied mit fünf Puertas grandes in Madrid... Madrid no es justo!
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Sanlucar de Barrameda - Auf den Spuren der Toreros...

12/3/2022

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Seit einigen Tagen wieder in meiner Wahlheimat, Sanlucar de Barrameda, dieses Mal in vierbeiniger Begleitung. „Nuki“ meine adoptierte Mietze, begleitet mich.
Gleich in den ersten Tagen hatte ich das Glück, einige Toreros zu sehen .
Das Wetter war zunächst nicht das Beste. Dies schließt den Besuch der Plaza de Toros aus, da im Regen kein Torero trainiert. Auch wenn viel Wind weht, sieht man wenige Toreros mit den lockenden Tüchern zu übern. Ich frage mich stets, was sie machen, wenn sie einen Auftritt in Madrid haben und es stürmt und regnet... Bleiben sie dann auch zu Hause`?


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Die erste Vaca war ein Musterexemplar für die Schüler, der Junge aus Mexico sah recht gut aus.
Ich taf auf Emilio de Justo, der bei seinem Encierro in Madrid das Pech hatte, sich die Halswirbel anzubrechen. Diese Art Verletzung, sehr schmerzhaft, braucht seine Zeit und er ist am Ende der Saison wieder erfolgreich aufgetreten. Ich gratulierte ihm, zu seiner Recuperacion und auch zu den erfolgreichen Corridas. Er macht auf mich den Eindruck, als das er noch mehr wie vor dem Unfall, auf das Toreo konzentriert ist. Es ist immer ‘impresionante’, solche Persönlichkeiten kennen zu lernen.

Auch Adrian de Torres trainiert, wie schon seit drei oder vier Jahren, in Sanlucar. Dieses Jahr hatte er seine Confirmacion in Madrid. Es gab kein Oreja, die estocada war nicht gut, aber seine faena mit dem Adolfo, bleibt Aficionados im Gedächtnis.
Zu den Matadores gehören die Banderilleros, wie Diego Jimenez, Abraham Neiro oder Manuel Otero, „El Pollo“. Kategorie von Banderilleros. Ich bekomme also einiges geboten, was das Training der Toreros anbetrifft, wenn das Wetter nett zu uns ist.

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Juanmi Vidal, aus der Dinastie der "Mellis", ist gewachsen, sah recht gut aus.
Aber am meisten interessiert mich die Toreroschule, La escuela taurina „El Volapie“ de Sanlucar. Mein Freund Manuel Soto ist der ‘Lehrer’ und ich bin seit vier Jahren „Socio“ , Mitglied dieser Schule. Zwei Jahre Covid 19 haben ihre Spuren hinterlassen. Einige Kids haben die Lust verloren, anderen könnte der Beitrag zu viel sein . Auf der anderen Seite muss man ehrlich sein, nicht jedes Kind, welches Torero werden will, ist am Ende bereit, Torero zu sein. Um in diesem Metier Fuß zu fassen braucht es nicht nur Willen und Talent, Valor..., ein Maß an Intelligenz ist gefragt, denn es gilt ein recht schlaues Tier zu ‘überlisten’. Und auch der finazielle Teil bremst oft die Ambitionen aus.
Capote und Muleta kosten ihr Geld, sollte es dazu kommen, das der hoffnungsvolle Sprössling einen Auftritt hat... Traje corto, oder de Luces, das geht ins Geld. Und sollte es sich um ein wahres Talent handelt, müssen Tentaderos her, mit Vacas, mit Novillos... Ein dickes Sparbuch ist gefragt.

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Auch die Frauen sind dabei, Fatima ist mit Begeisterung dabei, leider zweigt sich das nicht immer in den Ergebnissen.
Am letzten Sonntag fand der, die Saison abschließende, Tentadero der Toreroschule von Sanlucar statt. Ich war sehr gespannt, wie sich einige Schüler entwickelt hatten, oder auch nicht. Der Tendido über der Puerta grande , Sol y sombra , war gut besetzt von Familien und Aficionados, für einen tentadero, der keine Werbung betrieben hatte... (Kritik meinerseits)
Ich war in bester Begleitung meiner Freundin Carmen, die im Viertel um die Plaza aufgewachsen ist, und somit jeden kennt, sogar den Empresario, Carmelo. Dabei auch , El Cano, Aficinado practico wie ich und Eloy Hilario, Novillero con Picadores.
Eine positive Überrachung war ein Schützling von Diego Robles (Ex Apoderado von Juan Padilla) , ein junger Mexicaner, der erst seit kurzem in Sanlucar trainiert. Da sah man ein gewisse Kapazität, aus der Vaca die man vorgesetzt bekam, das Beste zu machen, und seinen Mut zu beweisen.

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Sichtbar guter 'Schachzug' von Juanvi Vidal.
Der ‘kleine Bruder’ von „El Melli“ (Novillero mit Piadores), Juanmi Vidal, mausert sich auch, ist gewachsen, ein paar Kilo weniger... Auch das ist Torero sein, die Disziplin, Schokolade, Coca Cola und Hamburger, gegen Salat, Fisch und mageres Fleisch, auszutauschen. Torero sein, fordert von einigen viel Disziplin.
Juanmi Vidal ist mir aufgefallen,, als er 7 oder 8 Jahre alt war und mit der Capote seines Bruders spielte. Zwei Veronicas und eine Media, zauberten damals ein breites Lächeln in mein Gesicht, zu seinem Opa sagte ich damals großspurig:“ Wenn der Kleine mal das Alter hat, werde ich seine Apoderada". Heute, mit 14 Jahren, konnte ich zwar sehen, das er eine gewisse Natürlichkeit und sein Talent bewahrt hat, aber die Gefahr, das er in die falschen Hände gerät, oder nicht die nötige Disziplin zeigt, ist groß.

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Die winzige Becerra war flink auf den Beinen, das macht die Sache nicht einfacher, für die Anfäger.
Der Mexicaner, dessen Namen ich nicht kenne, da er sich nicht vorgestellt hat und Juanmi, waren die Besten in iher Kategorie. Die Jungs der zweiten Division... Gut, die Vaca war alles andere als ‘nett’, aber es brauchte diesen Jungen aus Mexico, um ihr ein paar Pases zu entlocken... Hat Hunger, der Junge!

Am Ende gab es für die jüngsten und neuen Schüler eine kleine Becerra. Sie war richtig niedlich, und recht flott auf den Beinen. Das macht es für die jüngsten Schüler nicht einfacher. Hier war ich überrascht, das „mein Hugo“ endlich mal zeigen konnte das er was gelernt hatte. Bisher war seine Präsens in den tentaderos eher enttäuschend. Dieser Junge, ca. 12 Jahre alt, war schon vor Gründung der Toreroschule ein interessierter Besucher der ehemaligen Aficionado Schule.Er liest Bücher über Stiere und hat ein recht gutes Wissen, aber wenig Praxis mit dem lebenden Objekt. Und natürlich ein bisschen Angst, sich zu blamieren, wie alle. Der Eine mehr , der Andere weniger...



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Andere hinterließen einen leichten Eindruck, das hier Talent vorhanden ist.
Alle Besucher und Eltern hatten ihren Spass.
Kein Tier wurde 'gequält' oder misshandelt. Die Vacas folgten den lockenden Tüchern, angriffslustig, wie es ihrer Rasse zukommt. Sie haben für den ein oder anderen blauen Flecken gesorgt, aber ihnen, wurde letztendlich kein Haar gekrümmt. Kein Picador, keine Banderillas und auch keine Estocada. Was mit ihnen passiert, ist Sache des Züchters. In die Zucht, weil für gut befunden, oder zum Metzger.
Mit diesen jungen Kühen sorgten besonderes die ‘Kleinsten' für Beifall.
Ein Minitorero maschierte stolz auf die Becerra zu, jegliche Hilfe seines Lehrers mit einer Handbewegung abweisend, welche einer Geste Morantes nahe kam. ‘Bleib Du mal da, ich mach Das schon’, sollte das wohl heissen. Der Zwerg hatte die Rechnung ohne die muntere Becerra gemacht, welche seinen stolzen Marsch jäh unterbrach. Mit den winzigen Hörnchen hatte das kleine Tier den noch kleineren ‘Torero’ ausgemacht, ohne groß Anlauf zu nehmen, wurde er umgerannt. Danach waren die anderen Minitoreros erst mal von heldenhaften Taten kuriert. Einer, der schon im Windelalter ein Torero sein wollte, hatte auch seinen ersten Alleinauftritt. Den ganzen kindlichem Mut motivierend, näherte er sich der kleinen Kuh, schaffte es unter Beifall zwei Mal, das Tierchen unter dem roten Stoff seiner Minimuleta durchsausen zu lassen. Danach sauste er wie von der Becerra gebissen in Richtung des nächsten , rettenden , Burladeros. „Das ist genug für heute“, deklarierte er keuchend. Beifall und föhliches Lachen, ob seiner Ehrlichkeit, sein Lob.

Wir hatten viel Spass. Es war sehr interessant zu sehen, welche Schüler sich weiter entwickelt haben, oder auch nicht. Einige sind nun in einem Alter, wo sich zeigt, ob sie bei der Stange bleiben, sich wirklich weiter entwickeln. Oder ob sie eines Tages sang und klanglos verschwinden und sich anderen Hobbys oder Profesionen zuwenden.
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Unser 'Hugo', endlich läuft es mal für ihn. Sein strahlendes Gesicht, nach dem Auftritt, sprach für sich.
Meine Aficionadofreundin Carmen, welche quasi neben der Plaza de Toros geboren wurde, schwelgte in Erinnerungen ihrer Kindheit und Jungend. Wie oft hatte sie in dieser Plaza ‘Toro’ gespielt, kein Festejo war ihr entgangen. Auf ‘Du und Du’ mit späteren Figuras del Toreo, wie Marismeno, Limeno, Paco Ojeda, bestens informiert über den Werdegang jedes einzelnen Toreros, ist sie ein Fundus, für eine neue Aficionada wie mich. Wir hatten viel Spass. Die Vacas waren von guter Qualität, lediglich die Zweite war sehr kompliziert, für die ‘Novatos’, die Anfänger.
Es wird Zeit, das nach Limeno, Parada, Marismeno, Paco Ojeda, wieder einmal einen Startorero hervorbringt...
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Hugo, wie er sich seit vier Jahren sein Toreo vorstellt. Lang hats gedauert, bis es zur Ausführung mit einer Becerra gereicht. Kommt er aber einmal dazu, das Gleiche mit einem Novillo oder Toro zu machen, die Puerta Grande ist offen. Sein Traum...
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Auch auf diesen Jungen haben Eltern und Großeltern gesetzt. Jetzt müsste er, genau wie Hugo, regelmäßig Kontakt mit den Tieren haben, sprich, an Tentaderos teilnehmen...
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Santi Ortiz - Ein Torero             Descanse en Paz

10/6/2022

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Santi Ortiz, Matador de Toros
Nach langer, schwerer Krankeit starb am vergangenen Dienstag einer meiner besten Freunde. Santi Ortiz.
Matador de Toros, Taurinokritiker und Verfasser vieler Bücher und Artikel in Fachzeitschriften. Für mich, einer der „ganz Großen“. Er hinterlässt eine große Lücke in meinem Leben, ich verdanke Ihm viel.
Hier meine Erinnerungen, an diesen ganz besonderen Menschen:


 

Meine Aficionada-Freundin Torodora Gorges, selbst Verfasserin eines guten Buches über Morante de la Puebla, machte mich vor Jahren darauf aufmerksam, das dieser Schriftsteller und Taurinokritiker in meiner Wahlheimat Sanlucar de Barrameda lebt.
Durch glücklichen Zufall lernte ich ihn bald kennen, bei einer intimen Feier unter Toreros und Aficionados practicos in privatem Rahmen. Man stellte uns einander vor und ich wußte nicht was ich sagen sollte...
Ich kleines Licht, kaum in der Lage mich vernünftig in spanisch auszudrücken, sollte einem bekannten Schriftsteller etwas sagen. Schüchtern richtete ich Ihm die aufgetragenen Grüße meiner Freundin aus, welche seine Artikel las und sie zu schätzen wusste. Der große Mann war äußerst sympatisch und nett zu mir, so das sich meine Schüchternheit etwas verlor und mich traute, ihn über einen Artikel zu befragen, den ich gelesen hatte.
Mit liebevoller Geduld erklärte er mir seinen Standpunkt. Nicht das er mich irgendwie überzeugen oder beeinflussen wollte, nein, im Gegenteil. Wie ein guter Lehrer, regte er meine eigenen Sinne an, das Gelesene zu analysieren und zu einer Erkenntnis zu kommen.


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Santi Ortiz hat viele Vorträge gehalten, stets mit viel Humor.
In diesem Gespräch ging es um etwas fundamentales im Toreo: El Temple...
Unsere kleine ‘Fiesta’ wurde im Verlauf etwas fröhlicher, der Manzanilla tat das Seine dazu, die Gitarren wurden gestimmt, Sevillanas, Chiringotas und Baladen wurden gesungen, es war wunderbar, so autentisch.
Die Sänger und Gitarrenspieler wechselten sich ab, Wünsche ob eines Liedes wurden erfüllt, eine herrliche, recht andalusische Stimmung herrschte im kleinen Garten von Juanpe. Ich hatte keinen blassen Schimmer wo der Unterschied im einzelnen lag : Flamenco, Sevillanas, Fandango, für mich war alles Flamenco. Gitarrenklänge, das Klatschen und das auf den Tisch trommeln, mit den heiseren Sängerstimmen, das war eine Reise in ein verzaubertes Land.


Irgendwann fordete man Santi Ortiz auf, eine bestimmtes Lied zu singen, einen Fandango... Santi entschuldigte sich beinahe schüchtern, er habe keine große Singstimme.
Leise gab eine Gitarre die Melodie vor, Santis Hände klatschten leise im Rythmus und bald begann er ganz leise zu singen, andächtig hörten alle zu, man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Er schloss die Augen und sang mit ganzer Hingabe dieses Lied.
Und ich sah vor meinen Augen einen Torero in der Real Maestraza von Sevilla mit einem Stier kämpfen. Aber nicht wie sonst, sondern eher wie in einem schönen Ballett, den Stier an sich fesselnd, das rote Tuch mit unendlicher Langsamkeit vor den Hörnern des Tieres herziehend. Liebevoll, fast zärtlich, verzaubernd. Ich befand mich in diesem Moment in einer anderen Welt, wie in einem Traum. In diesem Moment verstand ich, was Santi mir versucht hatte zu erklären, „Temple“, diese Langsamkeit in den Höhepunkten des Stierkampfes, vorgeführt in aller Natürlichkeit mit der Hand der großen Maestros. Santi Ortiz torerierte nicht nur mit "Temple", er sang auch mit diesem Temple...


Ich glaube alle Zuhörer waren in eine Art Trance gefallen. Nachdem er geendet hatte herrschte einen Augenblick Stille, dann wurden leise, zustimmene ‘Ole’s’ gemurmelt. Etwas Außergewöhnliches in dieser feierfreudigen, lauten Runde. (Die Spanier sind recht laut, wenn sie sich zu mehreren unterhalten oder gar feiern.)
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Auch im Radio und TV war er präsent.
Als Santi später die lustige Runde verließ bat ich ihn schüchtern um ein Treffen, ich würde mich gern noch mehr mit ihm unterhalten, um zu lernen.
Er stimmte zu und so trafen wir uns regelmäßig auf der Plaza de Calbildo, zu Tapas und Manzanilla, um über die Toros und Toreros zu sprechen.

Santi Ortiz kommt aus Huelva und hatte sich, nach dem er die Alternativa bekommen hatte, entschlossen, Lehrer zu werden. Aber die Welt der Stiere ließ ihn nicht los. Dank seines großen Talents, sich wortgewandt auszudrücken, hatte er eine beeindruckende Laufbahn als Stierkampfkritiker, schrieb für alle führenden Torozeitschriften, wurde zu Tertullias und Vorlesungen eingeladen, verfasste mehrere Bücher, das wohl bekannteste handelte von Juan Belmonte. Sein umfangreicher Wissensschatz, was die Geschichte der Tauromaquia anbetrifft, das Wissen um das Toreo und den Stier, war für mich faszinierend.
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Das letzte Werk Santis, zum Tema der Antitaurinos und der "modernen Welt", die sich mit Tieren identifiyiert und Traditionen verleugnet.
Ich habe Santi Ortiz viel zu verdanken. All das Wissen was er mir vermittelte... Nie in der Form von: Das ist so oder so, sondern er ließ mich die Dinge sehen.
Er empfahl mir den einen oder anderen Torero näher anzuschauen.
Später berichtete ich ihm, was ich an diesem gesehen hatte oder auch nicht. Schnell stellte ich fest, das er Gefallen an meiner Wissenlust fand, er half mir besser zu schreiben, wir tauschten unsere Artikel aus. Oft bekam ich ein Lob, das war für mich wie ein Ritterschlag. Er lobte nicht, weil wir befreundet waren, sondern weil ihm die Dinge gefielen, die ich in Worte gefasst hatte. Genauso wie er nie einen Torero lobte für die Trophäen, welch Präsident oder Publikum vergaben, sondern nur wenn die Faena es wirklich wert war. Wenn ein Novillero mehr Mut, als erlerntes Handwerk hatte, sagte er das ehrlich. Auch lobte er keinen Toro, der nichts getaugt hatte, auch wenn er aus der noch so berühmten Zucht kam und der Torero zwei Orejas bekam. „Manso de libro“ Feige wie es im Buche steht, war einer seiner Kommentare.

In meiner „Lehrzeit“ bei Santi Ortz, gab es kaum einen Torero, den wir nicht analysierten, kaum eine große Faena, die unbesprochen blieb.
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Viel gelesen, sein Werk über Juan Belmonte.
Für mich eine Anecdote, war seine Abneigung für einen Matador, der für mich ganz oben in meiner persöhnlichen Rangliste stand.
„Embustero“ nannte er Diesen. Ich war erstaunt. Ich mochte dessen elegantes Toreo, diese Kunst auch mit dem unlustigsten Invaliden noch etwas zu zeigen. Ein Morante griff bei solchen Toros schnell zum Degen, Dieser bekam Orejas.
Es dauerte etwas, bis ich Santis Einstellung verstand. Nie hatte er mich in meiner zeitwesen Abneigung für Morante, oder meine Begeisterung für diesen Matador beeinflusst. Stattdessen empfahl er mir Bücher zu lesen, Gemälde, Fotos und Videos ganzer Corridas zu studieren. Ein ganz exquisiter Lehrer, mein Freund. Und so begann ich zu sehen, was er an meinem Torero so kritisierte ohne es zu sagen. Das torerieren mit dem äußersten Zipfel der Muleta, das ausnutzen der Schwächen des Toros, diese Show um das leidige Tier, um das Publikum für sich zu gewinnen, das war es, was in seinen Augen schändlich war. Das war für den Mann der selbst vor den Hörenern der Stiere sein Brot verdient hatte, billig. Unwürdig, nur auf Erfolgshascherei aus. Embustero eben.

Mit den empfohlenen Studien, begann ich nun das Toreo von Morante besser zu verstehen. Hier war es auch hilfreich, das ich selbst Capote und Muleta in die Hand genommen hatte, das ich mich mit den Toros und ihrem Verhalten beschäftigt hatte. Nun begriff ich, warum Morante oft schnell zum Degen griff und greift. Mit einen unbrauchbaren schwachen Tier kann man kein ehrliches Schauspiel bieten.

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Über die Veränderungen der Fiesta brava.
.Santi Ortiz hat hat mir nie gesagt, das Jose Tomas ein ganz großer Stierkämpfer ist, einer der Besten aller Zeiten, er ließ es mich selbst feststellen. Er hat mir noch nicht einmal gesagt, das er ein Buch über Jose Tomas geschrieben hat. Santi war so bescheiden.
Am Ende meiner LehrJahre verfolgten wir beide mit leuchtenden Augen einen jungen Torero, der zu einem Maestro wird, der seines Gleichen suchen kann: Andres Roca Rey.
Santi empfahl mir auch Tomas Rufo im Auge zu behalten, als dieser noch Novillero war. Diese Saison hat er nach der Alternativa große Triumphe gefeiert, wichtige Puertas grandes geöffnet. Auch von Isaac Fonseca aus Mexico hielt er viel, dessen Mut fand er beispielhaft.


Santi hat mir viel geholfen, durch ihn bekam ich die begehrten Eintrittskarten, welche er persönlich für mich und deutsche Aficionadofreunde in Sevilla reservierte. Er hatte Beziehungen zu den Maestranten, welche die begehrtesten Entradas für die Tendidos unter sich verteilen.
Auch stellte er für mich den ein oder anderen Kontakt zu andern Schreibern oder Stierzüchtern her.
Den größten Gefallen tat er mir in der Covid19 Zeit. Nach wochenlangen „Einschluss“, wollte ich unbedingt ins Campo, zu den Stieren. Aber die Züchter hatten wenig Lust auf Besucher, vorallem wegen den Auflagen. Man brauchte Genehmigungen wenn man kein Profitorero war, um durch die Gegend zu fahren, die Leute fürchteten sich vor Fremden, wegen der Ansteckungsgefahr und all der ganze Zirkus. Ich klagte ihm mein Leid, das ich noch nicht einmal einen Stier für einen Tentadero kaufen konnte. Santi stellte für mich den Kontakt zu einem persönlichen Freund her, der Stiereinkäufer für Plazas und große Toreros war.
Sein Freund, der ehemalige Matador Julio Vega „Marismeno“. Das war schon eine tolle Sache, denn dieser nimmt nicht jeden dahergelaufenen Aficionado mit ins Campo, um Stiere auszusuchen und zu kaufen. Dank diesem, lernte ich nun noch mehr, über die Stiere. Seit dem sind wir auch befreundet. Es ehrt mich sehr, das man mich für würdig gefunden hat, mit diesen „alten Hasen“, diesen hochrangigen Fachleuten, regelmäßig über Toros, Corridas und das ganze Drumherum zu ‘fachsimpeln’.


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Santi Ortiz, Torero
Der Tod Von Santi Ortiz wird bei mir eine große Lücke hinterlassen, nicht nur der verlorene Freund wird mir fehlen, auch seine Artikel werden mir fehlen, genau wie der persönlich Austausch nach den stattgefundenen Corridas.
Santi mochte meine Fotografien, besonders die von den Stieren im Campo und der ein oder andere Schnappschuschuss fand Gnade vor seinen wissenden Augen.
Im letzten Jahr schenkte er mir einen Artikel, über einen meiner ‘Schnappschüsse’, den ich zu gegebender Zeit veröffentlichen wollte.
Dieser Tag ist nun gekommen.


Muchas Gracias estimado Santi, por tu amistad y todo que me has dejar de aprender de ti, no tiene precio. Te mando mi ultimo beso al cielo, con todo mi corazon.

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GAFAS SOBRE LA BARRERA

No miran, no ven, absorben. Retienen en sus lentes el paisaje, los recuerdos que evoca, el universo candente de la plaza de toros y mucho más allá.
Por ejemplo, las nubes; las que dibujan esas manchas blancas festoneadas de verde que aberrendan el azul del cielo; esas nubes que podrían ser nietas de aquellas que acompañaban a Belmonte en la dehesa de Tablada, cuando el siglo XX aún no cumplía los diez años y era la luna la que iluminaba los cimientos del arte nuevo que se iba gestando en la muletilla de un chaval de Triana llamado a volver al toreo del revés. Esas nubes que, más cerca en el tiempo, acompañarían a Marismeño, Ojeda y tantos otros aficionados sanluqueños en sus furtivas correrías nocturnas por toda la marisma brava que se abre ante Sanlúcar allende la otra orilla del Guadalquivir.


Precisamente, la vetusta plaza sanluqueña, la recoleta y torera Plaza del Pino, queda perfectamente reflejada en la superficie cóncava de estas gafas curiosas que se posan en la frontera que separa el círculo mágico del ruedo, con el anillo del callejón, lugar donde ya se empieza a sentir lo serio y tremendo que es el toreo. Ahí la retiene en su curvo perímetro interior, con los ojos de buey de sus ventanas, sus gradas y tendidos vacíos, pero llenitos de historias y recuerdos. Ellos vieron morir a Faustino Posada corneado por un novillo de Miura; luchar y estrellarse, contra el infranqueable muro que separa a los llamados de los elegidos, a un sinfín de novilleros sanluqueños, y triunfar y hacerse toreros de cartel a toda una pléyade de matadores de toros paridos también en esta tierra, de Manuel Hermosilla, que inauguró su ruedo, hasta Antonio José Blanco, el último hijo de Sanlúcar que recibió –hace ya tres lustros– la borla de doctor en dicha plaza.
Sin embargo, las gafas captan más. Algo que no es visible, pero que queda representado en la imagen que ellas retienen, y es el futuro: la ilusión de ese muchacho que muleta en mano paga naturales al toro interior que le quema por dentro soñando con el momento en que se materialice para sentirse torero de verdad. Es la continuación de un hilo que viene de hace siglos y que tenemos, entre todos, la obligación de preservarlo. Ese muchacho que entrena en la soledad de la plaza, simboliza un legado y una cultura tan grande, tan única, tan mágica, que no podemos permitirnos el lujo de perderla. La propia Civilización nos lo demanda.
Todo ha quedado aquí, reflejado en los cristales de unas gafas de sol y congelado y extraído del tiempo por la mano de la fotógrafa –la tuya Corinna– que la perpetuó en esta imagen que me has mandado. Te prometí escribir sobre ella, porque la foto, original y artística, me evoca muchas cosas. Cumplida queda mi palabra y rubricada con mi agradecimiento por haberme hecho partícipe de ella.
Un beso grande.
Santi Ortiz
Sanlúcar de Barrameda, 24 de noviembre de 2021
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Andres Roca Rey - König der Toreros - Figura del toreo!

8/26/2022

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Im letzten Bericht über die Corrida von Jose Tomas in Alicante, bekannte ich mich nicht nur zu Jose Tomas, den ich für einen der besten und größten Matadore unserer Zeit halte , sondern erwähnte auch einen jungen Mann, den wir liebevoll ‘RocaBubi’ nennen: Roca Rey.
Diesen ‘Titel’ habe ich ihm gestern aberkannt...

 Seit gestern ist er für mich Roca der Rey, der König des Toreo!
Gestern, das war am 25. August in Bilbao. Was er dort gezeigt hat, trieb nicht nur mir die Gänsehaut über den Rücken. Zwei Faenas nicht nur auf höchstem Niveau, sondern auch mit höchstem Risiko! Seine Gegner, gut bewaffnete Toros von Victoriano del Rio waren keine braven Vertreter ihrer Rasse, sie forderten Intelligenz und Mut in höchstem Maße.


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Ich bekam die Faenas nur stückchenweise serviert, über Twitter und private Kontakte, die mir ihre Videos schickten.
Ein Mal mehr verfolgte ich fasyiniert und gespannt, was der ‘Bubi’ diesmal zu Stande brachte. Er beschenkte mich. In den Resumen des Kurzvideos von MoviestarToros, dem Bezahlsender, konnte ich ihn bewundern. Kerzengrade, die Füßen im Sand verankert, keinen Millimeter weichend, war es eine Augenweide. Das, was ich mir seit Manolete und Jose Tomas in seinen besten Zeiten, erträumt hatte. Ein grandioser Matador in vollem Glanz, mit einem Stier den denm Toro bravo Ehre machte.

Die Faena mit dem ersten Stier war für mich zwei Orejas wert, Matias, im Palco zückte aber nur ein weißes Tüchlein.
Natürlich ist Rocas Toreo nicht ohne Fehler oder Zusammenstöße. Aber das ist so, wenn man sooo nah am Stier bleibt. Wo andere Toreros mit dem Pico, dem äußersten Zipfel der Muleta arbeiten, um genug Zwischenraum zwischen Horn und Körper zu haben, da weicht Roca Rey keinen Zentimeter. Und schnell hat ihn der Toro auf die spitzen Hörner genommen. Aufstehen und genau dort weiter machen, wo der Stier ihn erwischt hat. Als wolle er dem Tier eine Lektion erteilen. Das habe ich oft bei diesem Torero gesehen und es fasziniert mich.


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Der zweite Toro fand auch den Körper des jungen Mannes, gefährliche Sekunden befand er sich unter dem über 500 Kg schweren Stier, der seine Wut an ihm auslassen wollte. Auch nach diesem heftigen Zusammenstoß machte der Junge weiter. Und seine Estocadas waren gut und auf höchsten Niveau ausgeführt. Diesemal kam Presidente Matias nicht drumherum, zwei Orejas mussten gegeben werden, sonst hätte das entusiastische Publikum ihn vom Presidentenbalkon geholt.
Für meinen jungen Helden, ganze 25 Lenze zählt er, ging es in die Enfermeria der Plaza und dann ins Krankenhaus. Seine Verletgungen sind so heftig, das er nun ein paar Tage nicht auftreten kann, er muss sich erst mal auskurrieren. Heute hätte er einen weiteren Auftritt in Bilbao gehabt. Bleibt noch zu erwähnen, das El Juli und Jose Mari Manzanares auch dort waren, sie vervollständigten das Cartel, fragt mich bitte nicht, ob sie auch eine Trophäe bekommen haben...


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Die Plaza von Bilbao hatte in ihrer Feria bis zum Donnerstag nur einen bescheidenen Eintritt zu verzeichnen, selten kam sie über eine halbe Besetzung hinaus.
Aber mit Roca Rey sah das ganz anders aus, fast voll waren die Tendidos. Zu bemerken ist, das es obendrein regnete, aber keiner der Zuschauer wolle den Auftritt Rocas versäumen, da kann es auch mal regnen.

Roca Rey füllt die Plazas, hat Aficionadofeinde die ihm nicht das Grüne unter dem Fingernagel gönnen, die behaupten das er nicht torerieren könne. So wie man es seinerzeit Manolete, El Cordobes oder sogar Jose Tomas nachsagt. Auch das macht ihn zu dem was er nun ist: ROCA REY - FIGURA del Toreo!

Fotos von Twitter@RocaRey, Mundotoro und anderen Fotografen.

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Roca Rey vor fünf Jahren in Malaga, ein mutiger RocaBubi
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Roca Rey 2022 in Bilbao: Figura del Toreo, König der Toreros, Roca el Rey!
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Wo Jose Tomas auftritt, bleibt kein Platz leer. - Volles Haus in Alicante!

8/11/2022

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Als ich vor Jahren begann, mich für die Stiere und Toreros zu interessieren, war mein „Idol“ zunächst Manuel Benitez, ‘El Cordobes’, der in aller Welt bekannt war. Auf dessen Spuren stieß ich auf Manuel Rodriguez „Manolete“, welcher seit dem das Maß aller Dinge in der Tauromaquia für mich ist. Leider bin ich zu spät geboren, um diesen im Ruedo zu bewundern, ein ’ lebendes Idol ’ musste her...
Nach dem ich mir zig Toreros auf Fotos und Videos angeschaut hatte, der eine schöner, als der andere. Andere mehr als mutig, aber ohne diesen Stil, der es mir angetan hatte. Dieses ‘vertikale Toreo’, wie es Manolete vorgemacht hatte. Die Beine zusammen, stillstehend... Kein Fran Rivera, kein El Juli, kein El Fandi, kein Morante konnte es mir recht machen.
Dann sah ich Jose Tomas... Das war etwas anderes. Der kleine Kerl stand still, die Estatuarios waren ein Gedicht. Der rannte nicht herum wie ein aufgeschreckter Hahn, der stand wo er stand, wartete auf den Stier. Ich hatte mein ‘Idol’ gefunden. Leider konnte ich mich nur kurz an ihm erfreuen, in Aguascalientes verletzte ihn „Navegante“ beinahe tödlich, der Maestro trat nicht mehr auf. Die wenigen Auftritte, welche er seinen Fans schenkt, bleiben einem im Gedächtnis. Nimes mit 6Toros6 und den Seidencapotes. Mexico, wo ich ihn, zusammen mit 45.000 Aficionados in der zum bersten gefüllten Playa sehen durfe. Granada, Jerez, Huelva, Jaen, und jetzt: Alicante.

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Durch meinen Freund, den Matador ‘Marismeno’ aus Sanlucar, der Intimfreund des publikumsscheuen Maestros ist, war ich ein wenig auf dem Laufenden, was die Vorbereitung zu seinen diesjährigen Auftritten in Jaen und Alicante betraf. Marismeno begleitet den Torero beim Training im Campo bravo, bei den Tentaderos ‘a puerta cerrado’, hinter verschlossener Tür. Die Toros für die Corridas handverlesen, was aber wenig heißt, denn in der Plaza verhält sich ein Tier oft anders, als man es im seiner natürlichen Umgebung gesehen hat. Viele Faktoren spielen mit, ein Tier ist eben ein Tier und kein Computer oder Tennisschläger.
Hatte es nach dem Auftritt in Jaen Kritik gehagelt... die Toros waren nicht besonders gut gewesen, wenig konnte man mit ihnen zeigen, konnte er in Alicante seine Fans beschenken.
Der erste Toro der Ganaderia Juan Pedro Domecq, hielt was er versprach, wenig Energie brachte er mit, er reichte grade zum Aufwärmnen. Der zweite Stier, von Garcigrande war wie geschaffen für die Muleta des Meisters. 12 oder 14 Naturales in redondo zählte man, wenn einem nicht schwindelig wurde beim Zuschauen. Das ist historisch. Fast jeder Torero zieht sich nach 3 bis 4 Naturales zurück, oder schließt mit dem Pase de Pecho. Jose Tomas fand kein Ende, der Toro auch nicht. Geniale Faena, zwei Orejas gabs vom jubelden Publikum.


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Der dritte im Bunde, von Victoriano del Rio hatte auch genug Muskeln und Luft in den Lungen, da gab es was zu sehen. Im Eifer des Gefechts kam es zu einer gefährlich aussehenden Voltereta, das hätte böse enden können, hat der Mann aus Galapagar bei Madrid kaum Fleisch auf den Rippen, ein zierliches Kerlchen kann man sagen. Neben blauen Flecken und Prellungen hat der Maestro auch einen Zahn eingebüßt. Aber er ist nach dem Zusammenstoß gleich wieder aufgestanden, als wenn nichts gewesen wäre. Respekt! Ein Oreja gab es für diese Faena.
Der letzte des Tardes, ein Exemplar von Domingo Hernandez ließ die Capote von Jose Tomas glänzen, aber leider war später wenig Toro bravo in der Muleta, was die vergabe einer weiteren Trophähe verhinderte.

Die Anhänger verließen die Plaza torerierend, keiner wird diesen Tarde vergessen. Einige Sofa-Aficionados unkten rum, Jose Tomas wolle sich nicht mit anderen Toreros messen... Warum auch, er allein füllt jede Plaza, wie ein Rockstar die Stadien. Gemecker über seine seltenen Auftritte, bis zu den ausgesuchten Stieren... Das hat er sich verdient. Er ist am Zenit des Torero angekommen. Wie Manolete.

Ich bin mittlerweile ein Morante Fan, der ein völlig anderes Konzept hat, als Jose Tomas. Er ist ein weiterer Maestro, mit dem sich keiner messen kann, er ist wie JT, einzigartig. Und nur einer der neuen ‘jungen Wilden’ hat für mich das Zeug ein ebenso großer Matador zu sein, wie Manolete, Jose Tomas und Morante de la Puebla: Andes Roca Rey.

Fotos Mundotoro . com Arjona.
PS : Wer kann sollte sich diesen Samstag die Sendung Tendido Cero nicht entgehen lassen, gewiss bringen sie Auszüge von der Corrida. Man kann auch online schauen TVE2 Tendido Cero a la carta.
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Gora San Fermin  - Das letzte Encierro, mit den Miuras.

7/14/2022

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Die Pastores auf dem letzten Weg zum Stiertreiben. Fotos@JavierTaurino
Das letzte Emcierro der grandiosen Feria zu Ehren von San Fermin war zugleich das schnellste, mit 2:17Min. waren die Toros der legendären ganaderia Miura im Toril der Plaza verschwunden. Sie hinterließen eine leichte Cornada und fünf weitere Verletzte durch Stürze. Mit diesen Toros mist sich heute Abend, alleine, Antonio Ferrera. Er hat in dieser und der letzten Temporada viele Corridas mit 6Toros6 bestritten. Mucha suerte Maestro!
Hier der Link zum Video von Mundotoro:

https://www.mundotoro.com/noticia/asi-fue-el-ultimo-encierro-de-los-sanfermines-2022-video/1638956

Am Vorabend verließ zum zweiten Mal der Peruaner Anderes Roca Rey, die Plaza von Pamplona, auf den Schultern der Capitalistas, zusammen mit Miguel Angel Perera. Die Stiere von Victoriano del Rio boten eine interessante Corrida.
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Kleine Unstimmigkeiten im Corral der Miuras. Foto @ElReyToro
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Einige Läufer mit Jaquet, um der Ganaderia Ehre zu erweisen.
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Dichtes Gedränge...
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...ob das weh tat?
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Roc, der Rey von Pamplona und Perera auf den Schultern der Capitalisten.
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Viva San Fermin! Pamplona und Victoriano del Rio

7/13/2022

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Imposant, die Toros von Victoriano del Rio. Fotos @ElReyToro
Das Encierro am Mittwoch, mit Stieren des Züchters Victoriano del Rio verlief in Rekordzeit, 2:20min. Es gab weniger Stürze und damit auch weniger zu tun für das Ärzte und Rettungsteam von Pamplona.
Hier der Link zum Video:
https://www.mundotoro.com/noticia/vuelve-a-ver-el-encierro-de-victoriano-del-rio-de-san-fermin-video/1638714

Die Corrida am Vorabend, mit den Jandilla Stieren öffnete keine Puerta grande, auch vergab man keine Trophäen an Urdiales, Talavante und Gines Marin.
Von Talavante hatte man mehr erwartet...




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Von den Füßen gehoben...
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Von Talavante wirt nach seiner Pause mehr erwartet. Und sein Abschluß lässt oft zu wünschen übrig.
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Gora San Fermin!   Pamplona und die Jandillas

7/12/2022

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Auch die Toros von Jandilla gingen ausgeruht auf den Stierlauf. Fotos @JavierTaurino und Mundotoro.com
Die ‘Stierhatz’ am Diemstag, mit toros der Ganaderia Jandilla war recht flott. In 2:20min waren die Stiere im Corral der Plaza. Auch dieses Mal gab es Verletzte, die meisten durch Stürze und eine Cornada beim Einlauf in die Plaza. Den jandilla Stieren stellen sich am Abend Diego Urdiales, Alejandro Talavante und Gines Marin.
Hier der Link zum Video:


https://www.mundotoro.com/noticia/encierro-jandilla-2/1638585

Die Corrida mit den Cebada Gagos am Vorabend war sehr interessant, aber leider nicht mit einer Puerta grande gekrönt. Juan Leal und Roman mussten sich mit Ovationen begnügen, Leo Valadez gewann das Publikum und eine Trophäe.
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San Fermin war zur Stelle, die junge Frau hat Prellungen abbekommen.
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Es sieht sooo einfach aus...
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...und so kann es schnell enden. Cornada in der Achselhöhle.
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Wurde gelobt: Die 'Linke' von Roman.
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Die 'Show' kam an beim Publikum: Leo Valadez.
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Nichts zu tun für die 'Capitalistas', die Männer, welche die erfolgreichen Toreros durch die Puerta grande tragen.
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Viva San Fermin - viertes und fünftes Encierro...

7/11/2022

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Pamplona um 1920, kein Vergleich zum heutigen Encierro.
Das Encierro am Sonntag, mit Stieren der Ganaderia La Palmosilla war ein regelrechter Erfolg für den Züchter. Sauber, in bester Zeit, nur vier Verletzte durch Stürze. Auch in der Corrida am Abend waren die Toros in bester Form, was ein weiterer erfolg für den Ganadero ist. Alle drei Matadores, Rafaelillo. Manuel Escribano und Leo Valadez, verließen die Plaza auf den Schultern der ‘Capitalistas’.
Am Montag morgen waren es die „Cebaditas“, die Toros von Cebada Gago, die für Aufregung sorgten. Waren bisher alle Encierros ohne große Vorkommnisse absolviert worden, machten die Cebaditas, das, wofür sie bekannt und gefürchtet sind. Da wurde mit den Hörnern nach den Gegner gesucht und wehe wenn sie nach einem Sturz alleine waren, Cornadas regelrecht vorprogrammiert.
Man wird sehen wie sich das auf die Corrida am Abend auswirkt. Juan Leal, Roman und Enrique Colombo werden sich mit ihnen messen.(Fotos von Aplausos, Mundotoro u,a aus Twitter).
Hier der Link zum Video von Mundotoro:


https://www.mundotoro.com/noticia/asi-ha-sido-el-encierro-mas-peligroso-de-san-fermin-video/1638383

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So feiert man eine Puerta grande in Pamplona, man sieht die Toreros fast nicht vor lauter Menschen
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... und wenn man denkt das der Stierlauf vorbei ist, erwischt der Cebada Gago dich in der Plaza. Den Muskel sauber vom Knochen getrennt. Das tägliche Brot der Toreros.
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Pamplona, Gora San Fermin - 3. Encierro

7/9/2022

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Zimliches Gedränge im Lauf mit den Escolars...
Das dritte Encierro von San Fermin in Pamplona war das Aufstehen zu früher Stunde wert. Die Toros von Jose escolar boten ein spannendes ‘Rennen’. Neben den üblichen Verletzungen durch Stürtze gab es diesmal auch zwei Cornadas zu beklagen. Man sollte sich nich zu nah an Toros der Encaste Albaserrada herantrauen. Am Abend stellt sich die Zucht den Matadores Joselito Adame, aus Mexico, Ruben Pinar und Javier Cortes.
Hier der Link zum Encierro, diesmal von Mundotoro eingestellt. Der RTVE Link hat nicht gut funktioniert.:

https://www.mundotoro.com/noticia/asi-ha-sido-el-tercer-encierro-de-san-fermin-al-completo-video/1637712

 
Die gestrige Corrida war interessant, jeder Stier von Fuente Ymbro hatte seine Tücken. Daniel Luque, Jose Garrido und Alvaro Lorenzo wurden mit je einem Oreja ausgezeichnet.
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Daniel Luque gab seinen Brindis an ein Idol aus der Vergangenheit: Jesulin de Ubrique.
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Jose Carrido recht nah am Stier...
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Das neue Komentaoren Team. der öffendliche TV Sender RTVE bekleckert sich nicht mit Ruhm! Die Interwiever ließen die Befragten garnicht zu Wort kommen, als man auf den Jahrestag des Todes von Victor Barrio aufmerksam machen wollte. Es fehlt jeglicher Respekt , neben fachlicher Unkenntnis!
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    COLIN

    Colin C. Ernst, geb. in Deutschland, lebt in Spanien. Aficionada practica.  Ehemalige freie Mitarbeiterin der Ganaderia Victorino
    Martin und Verfasser vieler Beiträge im Blog "Stierkampf für Alle"

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